Mertens / Genter

 

Gasthof Mertens / GenterHäuser Genter LinzenichGasthof Genter

 In Jahre 1861 kaufte Michael Mertens aus Kleinhau das linkerhand dargestellte Haus und betrieb dort eine Gastwirtschaft, ein Fuhrunternehmen und Landwirtschaft. Im Rahmen der Erbteilung übernahmen seine Tochter Anna Mertens und Hermann Josef Genter , der Ehemann von Anna, das Anwesen. Um 1910 wurde das alte Haus durch den im mittleren Bild gezeigten Neubau ersetzt.  Ein Sohn von Anna und Hermann Josef, Josef, verheiratet mit Gertrud Radermacher, übernahm die Gastwirtschaft, erweiterte um einen Hotelbetrieb, und betrieb eine Autospedition. 

Im mittleren Bild sieht man neben der Gastwirtschaft Genter ein Haus, das seit 1850 im Besitz von Linzenich war. Um 1930 kaufte Johann Radermacher, verheiratet mit Anna Katharina Klein, das Haus und baute an dessen Stellen das Haus, was man im linken Bild neben der Gastwirtschaft Genter sieht.
Eine Tochter des Johann Radermacher heiratete einen Genter. Das dargestellte Haus zeigt die ursprüngliche Lokalität der heutigen Metzgerei Genter.

 

Klein / Johnen

 

Die Häuser Klein und Johnen bildeten ursprünglich einen Komplex, der mit großer Wahrscheinlichkeit im Alten Reich, also vor der französischen Revolution, Staatseigentum war.

Dazu schreibt J.Kreitz (in:Lammersdorf und seine Bewohner einst und jetzt):
"Nach Pfarrer Bonns Chronik gab es in Lammersdorf ein Freigut..., das von Steuern und Abgaben ... befreit war."
Kreitz und Steinröx1 nehmen an, dass diese Freigut in einer Einahmenliste von Förstern aus dem Jahre 1553 - zwar verballhornt - als "Schlatessengutt" (=Schultheissengut) erwähnt ist.
Kreitz:
"Von den Franzosen wurden solche staatlichen Güter konfisziert und versteigert....Das Langhaus [Johnen], das zu der Gebäudegruppe gehört, kannten unsere Eltern noch als "De Wach" [Die Wache]"
Der erste Privateigentümer dieses Gutes ist sehr wahrscheinlich Leonard Scholl aus Eupen gewesen. Er war in erster Ehe mit mit Anna Linzenich (+1827) verheiratet.
Im Haupthaus (heute Klein) betrieb Scholl eine Wirtschaft und ein Geschäft. Dieses Haus wurde 1845 verkauft. Käufer war ein Anton Linzenich, verheiratet mit Anna Catharina Scheid, aus Eicherscheid. Scholls erste Frau war eine Tante von Anton Linzenich.
Scholl zog nach dem Verkauf in das Gesindehaus (heute Johnen). Er hatte nach dem Tode seiner ersten Frau seine Magd Anna Margaretha Kreitz geheiratet. Nach Scholls Tod verkaufte seine Witwe, A.M, geb. Kreitz, das Haus an Thomas Johnen, einen Mejsenarrels, der mit Anna Margarethas Nichte Anna Maria Kreitz verheiratet.

Das Haupthaus wurde 1892 an Johann Leonard Radermacher,  aus Raeren verkauft. Dieser war mit Carolina Johnen, einer Tochter von Thomas Johnen, verheiratet. Durch Teilung kam es 1950 an Rainer Klein, der mit Maria Radermacher, einer Tochter von Leonard Radermacher, verheiratet war.

Das Gesindehaus wurde von der Witwe des Thomas Johnen 1911 an Albert Johnen aus Bickerath verkauft. Albert Johnen war mit Anna Mathar (aus Mathars Mühle) verheiratet. Er war Schuster und betrieb ab 1911 in dem Haus eine Postagentur (->Alte Post) [Eine neue Postagentur wurde  Anfang der 1960ger im Pohl eröffnet.]

Was erinnert noch  an die Familie Scholl?
a) Das "Scholls-Gäßchen", ein Weg,  zwischen der Bäckerei Jacobs und dem alten Meeßens Haus.
b) Der Dorfnamen "Scholls", der auf die Familie Thomas Leonard Johnen und Anna Maria Kreitz überging, obwohl Lenonard Johnen ein Mejsenarrels war. Leonard Scholl selbst hinterließ keine Kinder.
c) Das "Scholls Krötzje" am Beginn der Hahnerstraße, wo ein Sohn von Leonard Scholl ums Leben kam.

1) regionaler Heimatforscher

 

Untere Kirchstraße

 

Lammersdorf, Blick vom Kirchensoeller nach Osten

Das oben dargestellte Foto wurde vom Kirchturm aus in östlicher Richtung vor 1934 aufgenommen. Man sieht Teile der heutigen Kirchstraße und die Polecke.

1) Johnen /Linzenich 2) Klein / Johnen 3) Mertens / Genter

 

ldorfoestlich1999

Die Abbildung (Foto: Dr.B.Läufer) zeigt den gleichen Bildausschnitt aus dem Jahre 1999. An der Stelle der alten Bauernhäuser unterhalb der Kirche befindet sich heute der sogenante Dorfplatz mit einem Kapellchen, Springbrunnen, Parkplatz, einer Bushaltestelle mit Bedürfnisanstalt. Die alte Straßenführung endet blind vor der Bäckerei Prümmer. Im Hintergrund sieht man das Kalltal.

 

Johnen / Linzenich

 

Häuser unter der KircheHäuser unter der KircheHaus Linzenich

 

Unterhalb der Kirche standen drei stattliche Bauernhäuser. Das rechte Bild zeigt das Anwesen der Familie Linzenich. Diese Familie zählte im 19.Jh. zu den wohlhabensten im Dorf. 1850 vererbte Hubert B.Ch.Linzenich seinen Nachkommen das Haus und 100 Morgen Land! In den1960ger Jahren war das Haus eine Ruine.  

Das linke Bild zeigt zwei stattliche Bauernhäuser. Von dem im Vordergrund stehenden Haus schreibt J. Kreitz: "Das Haus stellt eines der schönsten Fachwerkwinkelhäuser in Lammersdorf dar." Die letzte Eigentümerin verkaufte das Haus1968 der Gemeinde, die es abreissen ließ.
Heute befindet sich dort eine Bedürfnisanstalt und eine Bushaltestelle.

 

Jansen (Faltisch) / Haas

 

Haus Jansen / faltischHaus Jansen / FaltischHaus Haas



Das Eingangsbild zeigt ein Winkelhaus, bei dem dem eigentlichen Wohnteil zur Straße hin ein Torfschuppen vorgebaut war, eine bei hiesigen alten Häusern nicht seltene Anordnung, wurde doch Torf in nicht unerheblichen Mengen zu Heizen benötigt.Dieser Torfschuppen wurde später zu einer Wohnung umgebaut.
Das Haus gehörte 1820 einem Gerard Simons und seiner Ehefrau Elisabeth Lutterbach. Es wurde an Peter Wilhelm Falter und seine Ehefrau Agnes Simons vererbt. Da diese Ehe kinderlos blieb, gelangte der Besitz an Joachim Jansen, der mit Gertrud Falter, einer Tochter von Peter Wilhelms Bruder verheiratet war. Joachim Jansen und Gertrud Falter hatten eine einzige Tochter, Anna Franziska, mit dem Dorfnamen Faltisch Antche. Anna Franziska blieb ledig und vermachte das Haus Maria Stollenwerk, einer Mänesse, die mit August Haas verheiratet war. August Haas baute auf dem Grundstück ein neues Wohnhaus. Das alte Haus wurde zu einem Geschäftshaus und zu einer Autowerkstatt umgebaut