Die Lehrerschaft

Zu Ende des 18.Jh. stellt sich die Lehrerschaft im Wesentlichen wie folgt dar.

An Stadtschulen im kath. Rheinland unterrichteten i.d.R. Schulvikare.  Das waren Kleriker, die über eine gewisse, wenn auch nicht pädagogische, Ausbildung verfügten.

Die Lehrerschaft der Elementarschulen rekrutierte sich
a) aus Absolventen von Gymnasien oder Lateinschulen, 
b) aus der Handwerkerschaft und weiteren pädagogischen Autodidakten, ja es sollen sogar Hirten und Landstreicher dieser Tätigkeit nachgegangen sein.
c) Daneben gab es unter den Schulmeistern die Lese- und Rechenmeister. Diese waren eine gewisse Zeit bei einem erfahrenen Lehrer in die "Lehre" gegangen und verfügten somit über eine gewisse Fachausbildung.5) 


 

Die wirtschaftliche Situation der Elementarlehrer

Die wirtschaftliche Situation der Lehrer, insbesondere derer auf dem Land, war völlig unbefriedigend.
Im Kurkölnischen erhielt ein Lehrer, der regelmäßig 27 - 55 Schüler unterrichtete 70 bis 100 Reichstaler, davon lediglich 40 als garantiertes Fixum. Nach einer Bonner Landmeisterrechnung von 1788/1789 erhielten Beamte, die überwiegend Schreibarbeit ausführten, etwa Hof- und Hofkammersekretäre, zwischen 204 und 209 Reichstaler. Der Jagdschreiber des Oberjägermeister erhielt 153 Reichstaler, ein Violonist der Hofkapelle zwischen 97 und 260 Reichstaler.6) 
In dem niedrigen Einkommen der Lehrer drückt sich auch die Wertschätzung der damaligen ländlichen Gesellschaft für diesen Beruf aus.
Ein Schneider als LehrerEs war der Regelfall, dass der Schulmeister  einen weiteren Beruf ausüben mußte, um ein Einkommen zu erzielen, das existenzsichernd war. Die Eltern, deren wirtschaftliche Lage  häufig ebenfalls prekär war, mussten den Lehrer durch das Schulgeld bezahlen, das der Lehrer mit ihnen frei aushandelte und das er selbst einziehen mußte. Der Schulbesuch war i.d.R. recht unregelmäßig. Die meisten Eltern auf dem Lande schickten ihre Kinder  sporadisch oder nur im Winter zur Schule, so dass das monatliche Einkommen der Lehrer schwankte. Nicht zuletzt dadurch entstanden Zerwürfnisse und die gelegentlich  entwürdigende Situation, in der der Lehrer als Bittsteller auftreten mußte, um sein Geld zu bekommen.

Teil der Entlohnung waren häufig freie Wohnung und Naturalien, wie ein Stück Land oder ein Garten oder der sogenannte Wandeltisch. Bei letzterem wurde der Lehrer reihum in den Familien, aus denen seine Schüler kamen, beköstigt - und mancher Lehrer wird wohl aus manchem Dorf weg gekocht worden sein. 
Viele Eltern, insbesondere wenn die Dörfer fernab aufkommender Industriezentren lagen, fehlte die Einsicht in die Bedeutung einer schulischen Ausbildung, so dass sie ihre Kinder gar nicht in die Schule schickten.