Die Herzöge von Jülich - Wilhelm I. (1328 - 1361)1

 

berry_augustWilhelm war eine überaus bemerkenswerte Persönlichkeit, ein „Fürst von hervorragenden Fähigkeiten“. In seiner Regierungszeit hatte Jülich den Höhepunkt seiner bisherigen Geschichte erreicht.
Wilhelm war verheiratet mit Johanna von Avesnes-Holland. Eine Schwester Johannas war mit  Kaiser Ludwig dem Baiern, eine andere mit König  Edward III. von England verheiratet. Somit war Wilhelm Schwager dieser Herrscher. Seiner Stellung entsprechend betätigte sich Wilhelm in der Reichspolitik und der europäischen Politik. Dem König von England stand er im Kampf gegen die Schotten und gegen Frankreich bei. Dieser ernannte ihn zum Grafen von Cambridge und zum „Pair of England“ - ein Titel, den nach Wilhelm kein Nichtengländer mehr erhielt. Für die Unterstützung der Kaiser wurde er zum Markgrafen und schließlich zum Herzog ernannt.

Mit zunehmender Macht und  Ehre wuchsen die Ansprüche. 

Nideggen wurde zu einer prächtigen Residenz ausgebaut und erreichte unter Wilhelms Herrschaft eine Blütezeit. - Die Größe der politschen Unternehmungen führte zu dauernder Geldnot. In Reinhard von Schönau, Herr zu Schönforst, fand Wilhelm den Partner, der in der Lage war, die benötigten Summen bereit zu stellen.

 

Welche Motive hatte Wilhelm I.  in den Monschau - Valkenburger Erbfolgestreit einzutreten?

Unter den Motiven wäre zum ersten die unmittelbare Nachbarschaft des Monschauer Landes zu Wilhelms Residenz Nideggen zu nennen. Zum zweiten ergibt sich ein Motiv aus der Rechtssituation im  Monschauer Land. Dort hatte  Jülich seit altersher Nutzungsrechte am Wald. Wilhelm war dort Waldgraf. Dieser Titel beinhaltete keine Territorialhoheit, mit ihm verbunden waren Nutzungsrechte. Den Waldrechten gegenüber standen Rechte am Feld, im gerodeten Bereich, die u.a. dem Territorialherren, zuletzt Johann von Monschau - Valkenburg zustanden. Wilhelm konnte beide Rechtspositionen durch den Erwerb des Monschauer Landes vereinigen.

Zu beachten ist, dass Wilhelm, wie auch Reinhard, nicht alle Rechte  am Monschau - Valkenburger Erbe erwerben konnte.

1) Die Titulatur von Wilhelm ist etwas verwirrend. Als Graf ist er Wilhelm V., 1336 wird er von Kaiser Ludwig dem Bayern zum Markgrafen erhoben, 1356 von Kaiser Karl IV. zum Herzog Wilhelm I. ernannt. Der Übersichtlichkeit halber wird er hier durchgehend als Wilhelm I. benannt.