1990er Jahre (bis einschl. 2000)

1991

01.12.91: Einweihung des Glockenturms am evangelischen Gemeindehaus

1992

Sept. 92: Feierliche Einführung des evangelischen Pastors Carsten Adams

Okt. 92: Heinz-Günther Schreiber, erfolgreicher SPD-Kommunalpolitiker, im Alter von 60 Jahren verstorben.

1993

Mai 93: Einweihung des Lammersdorfer Bahnhofs der touristischen Vennbahn

1993: Gründung des Kunstmalerkreises unter Leitung von Hans Jürgen Siebertz

1994

1994 Kommunalwahl: Die 33 Sitze im Gemeindefrat verteilten sich wie folgt (vorherige Anzahl in Klammern): CDU 20 (-2), SPD 7 (7), Grüne 2 (2), FDP 2 (2), UWG 2 (0). Nachfolgendes Diagramm veranschaulicht die Situation in der Legislaturperiode 1999 - 2004:

grafik2

Das Amt des Bürgermeisters wurde erneut Heinrich Karbig (CDU), Rurberg, anvertraut.

In den Rat der Gemeinde wurden aus Lammersdorf Alfons Jansen und Marianne Stiel (beide CDU) gewählt, weiterhin Franz Josef Hammelsein und Edgar Titz (beide SPD).

Aus Lammersdorf fungierten
- Edgar Titz als 2. stellv. Bürgermeister, als Fraktionsvorsitzender seiner Partei u. als Vorsitzender des Tiefbauausschusses,
- Alfons Jansen als Vorsitzender des Planungsausschusses, des Wahlprüfungsausschusses und Ortsvorsteher in Lammersdorf,
- Franz Josef Hammelstein als Vorsitzender des Rechnugsprüfungsausschusses.

April 94: Übernahme des Amtes der Schulleiterin durch Marianne Stiel

1995

Febr. 95: Offizielle Inbetriebnahme der Erdgasversorgung Lammersdorfs

1996

Apr. 96: Verabschiedung des Forstbeamten Jürgen Müller von seiner Funktion als außerordentlich verdienter ehrenamtlicher Leiter der Naturkundlichen Bldungsstätte Nordeifel

1997

18.03.97: Heinrich Karbig (CDU) gibt nach 25jähriger Tätigkeit als Bürgermeister der Gemeinde Simmerath das Amt an Hubert Breuer (CDU) weiter.

19.04.97: Heinrich Karbig wird in Würdigung seiner herausragenden Leistungen zum Ehrenbürgermeister der Gemeinde Simmerath ernannt.

20.12.97: Der Leiter der Geschäftsführung der Firma Junker, Herr Arne Nils Knudsen, zog eine sehr positive Bilanz der Entwicklung des Unternehmens

1998

Febr. 98: Offizieller Abschluss der 1963 eingeleiteten Flurbereinigung

24.08.98: Auszeichnung des verdienten Ortsvorstehers und CDU-Kommunalpolitikers Alfons Jansen mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande

1999

Juli 99: Die Anzahl der Schüler unserer Grundschule stieg rasant an: von 127 im Jahre 1990 auf 211 Schüler im Jahre1999 bzw. um rund 66 %. Von ihrer Schülerzahl her rangierte die Lammersdorfer Schule im Südkreis auf dem 2. Platz, hinsichtlich der Dynamik des Wachstums ihrer Schülerzahl aber belegte sie den 1 Platz.

12.09.99: Kommunalwahl: Als erstmals direkt gewählter und hauptamticher Bürgermeister erhielt Hubert Breuer (CDU) aus Strauch das Vertrauen von 66,65 % der Wähler. Das war von den drei Nordeifel-Kommunen das mit Abstand beste Vertrauensvotum.

Zu ehrenamtlichen stellvertretenden Bürgermeistern wählte der Gemeinderat Hans-Josef Hilsenbeck aus Dedenborn und Marianne Stiel aus Lamnersdorf (beide CDU).

Aus Lammersdorf zogen nach dem Wählervotum in den neuen Gemeinderat ein:
Marianne Stiel und Manfred Offermnn (beide CDU). Edgar Titz und Franz Joseff Hammelstein (beide SPD).

Der Korrektheit wegen muss man darauf hinweisen, dass das Wahlergebnis auf einem im Vergleich mit den Vorjahren sehr schwachen Wählerpotential beruhte. Nachfolgene Grafik gibt darüber Auskunft.

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Sept. 99: Wasser-Notstand in der Nordeifel: Infolge eines heißen Sommers ohne Regen stand der Perlenbach-Stausee kurz vor dem Trockenfall, was zu einer akuten Gefährdung der Wasserversorgung von 50 000 Bürgern führte. Maßnahmen:

  • Erlass des Trinkwasser-Sparaufrufs,
  • Bekräftigung der Abkochempfehlung,
  • Verlegen einer fliegenden Notleitung zur Beförderung von Wasser aus dem Olefsee in das Gewässernetz der Perlenbachtalsperre,
  • Bau einer dauerhaften Wassernotversorgungsleitung vom Filterwerk Roetgen zur Perlenbachtalsperre.

Die Mitglieder der Löschgruppe Lammersdorf leisteten im Wahlerscheider Wald zwischen Olef- und Perlenbachtalsperre im Zusammenwirken mit vielen anderen Wehren, dem Technischen Hilfswerk und der Bundeswehr von den insgesamt 21.053 Einsatzstunden allein 651. Darin nicht eingerechnet ist die Zeit, die im Anschluss für die Reinigung, Prüfung und Reparatur der 100 B-Schläuche sowie der übrigen Geräte aufgewendet werden musste.

28.09.99: Die 400 Jahre alte Linde vor dem Haus Bergstraße 23 bestand den offiziellen Gesundheitsscheck der Unteren Landschaftsbehörde mit Bravour.

01.10.99: Wahl des neuen Ortsvorstehers Manfred Offermann (CDU) im Gemeinderat, feierliche Verpflichtung am 8. November

28.10.99: Einweihung des neu gestalteten und erweiterten Pfarrkindergartens

Nov. 99: Wiederwahl des Lammersdorfer Pfarrers Karl-Heinz Graff für weitere fünf Jahre als Dechant des Dekanates Simmerath

02.12.99: Auszeichnung der Bürgerin Clementine Louven mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere für ihr außergewöhnliches Engagement in der stationären Altenbetreuung seit 1966

Dez. 99: Nachdem sie sich im Gemeinderat vom Oktober 1999 bereits eindrucksvoll zu ihrem Verständnis von aktiver Demokratie geäußert hatte, hielt Marianne Stiel, Lammersdorf, 2. stellvertretende Bürgermeisterin, im genannten Gremium nun ein leidenschaftliches Plädoyer für die Leistungen der Frauen in Vergangenheit und Gegenwart.

31.12.99: Lammersdorf hatte 2244 Einwohner.

2000

14.01.00: Führungswechsel beim THW: neuer Orsbeauftragter: Guido Meder als Nachfolger von Werner Kirch - unter Letzterem habe sich dank seines herausragenden Engagements eine für Nordrhein-Westfalen mustergültige THW-Stelle entwickelt.

 

Febr. 00: Überlegungen zur Einrichtung eines Einzelhandelsmarktes in Lammersdorf: In einem Brief an den Bürgermeister machte der Vorstand des VdK auf die Probleme der älteren und behinderten Bürger aufmerksam, die sich für sie aus dem Fehlen eines Lebensmittelgeschäftes am Ort ergeben. Der Bürgermeister informierte darüber den Strukturausschuss des Gemeinderates und erklärte, er sehe einige Ansätze zur Abhilfe. Interesse und Bewegung gebe es hinsichtlich der Errichtung eines Einzelhandelsmarktes auf einem freien Grundstück nahe der Firma Junker in Richtung Jägerhaus. Das Areal sei im Flächennutzungsplan als Gewerbefläche ausgewiesen. Es gehöre teils der Firma Junker und teils Privatleuten. Darüber hinaus kündigte der Bürgermeister an, er werde das Thema demnächst mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Aachen erörtern.

01.04.00: Aufhebung der Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung. - Geleitet von dem Anliegen, Haushaltsmittel für andere Zwecke freizusetzen, blieben auf Beschluss des Gemeinderates ab Juli 1982 die Straßenlampen in der Nacht von 1 - 5 Uhr aus. Dadurch konnten jährlich 42 000 Mark eingespart werden.
In den seitdem vergangenen fast 18 Jahren entflammten immer wieder heftige kontroverse Diskussionen über das Für und Wider dieser Entscheidung. In den letzten Monaten organisierten Hans-Jochen Genter, Kurt Poschen und der Aktionskreis „Simmerather Land" eine Unterschriftenaktion. 872 Bürger forderten mit ihrer Unterschrift den Gemeinderat auf, die Straßenlampen nachts wieder angeschaltet zu lassen.

In Steckenborn hatte ein Gastwirt sich bereiterklärt, die Kosten für die ununterbrochene Nachtbeleuchtung zu übernehmen, woraufhin der Ortsvorsteher die Nachtabschaltung für Steckenborn kurzerhand aufhob.

Nach nur kurzem Fortgang der Diskusson entschied der Hauptausschuss am 14. März einstimmig, ab dem 1.April die Straßenlampen wieder die ganze Nacht an zu lassen.

April 00: Wechsel in der Leitung der Naturkundlichen Bildungsstätte Nordeifel: Nachfolger von Diplom-Forstingenieur Elmar Falkenberg, der das Amt des Leiters seit 1996 innehatte und nun wegen einer beruflichen Veränderung aufgeben musste, wurde sein Kollege Forstoberinspektor Jörg Melchior.

April 00: 125jähriges Jubiläum des Kirchenchores: Heute besteht der Chor aus 26 Frauen und 10 Männern. Chorleiterin ist Gabriele Scheidweiler. Den Vorsitz hat Hans Roßkamp inne. Eine kleine Festschrift gibt einen Überblick über die Aktivitäten des Chores und über seine musikalischen Leiter. In der jüngeren Vergangenheit waren es:

Willi Bongard Juni 52 - Nov. 76 (gleichz. Organist u.Küster)
Klaus Windolf Novemer 76 - Januar 97
Kaus Löhn Januar 97 - Sepember 98
Gabriele Scheidweiler-Pleines seit September 98 (gleichz.Organistin)

Aug. 00: Führungswechsel bei den Karnevalsfreunden: neuer Vorsitzender: Klaus Genter (Vorgänger: Dietmar Heeren); neuer Geschäftsführer: Karl-Heiz Kuckelkorn (Vorgängerin: Stefanie Strauch), Jugendleiterin: Marita Johnen

Sept. 00: Bericht über die „Bewegte Schule" in Lammersdorf: Schon seit fast drei Jahren werden an der Grundschule Lammersdorf Formen des offenen Unterrichts wie Stations- und Werkstattarbeiten, freies Arbeiten, vernetztes oder fächerübergreifendes Lernen mit großem Erfolg praktiziert. Bewegungsfreudige Schule - das ist kein neumodisches Experiment, sondern in den Richtlinien und Lehrplänen des Landes NRW verankert, betonte Lehrerin und Fachleiterin Renate Scheidt. Die Idee sei einleuchtend: Lernen mit allen Sinnen - mit Kopf, Herz und Hand. Es kämen Kinder zur Schule, deren Lebensraum zunehmend eingeengt werde, deren Medienkonsum steige, die dafür aber weniger sinnliche und körperliche Erfahrungen machen, weniger laufen, klettern und toben würden. Darauf müsse sich die Schule einstellen.

Im Unterricht solle deshalb die Harmonie der Entwicklung von Geist, Körper und Seele gefördert werden, um Defizite aufzufangen und solchen vorzubeugen. In der Bewegung werde das Gehirn so aktiviert, dass die Kinder sich besser konzentrieren und erfolgreicher lernen könnten. Durch die offenen Unterrichtsformen komme mehr an in den Köpfen der Schüler, und die Schüler würden gerne so arbeiten. Außerdem fände im Team ganz nebenbei eine Menge an sozialem Lernen statt. Soweit die begrenzten Geldmittel es erlaubten, seien die Klassenräume der Schule umgestaltet worden in Lebensräume, in denen die Kinder sich wohlfühlen sollen.

Die von Skepsis geleitete Frage mancher Eltern, ob denn ihre Kinder in dem offenen Unterricht überhaupt etwas Richtiges lernen, kann Renate Scheidt entschieden bejahen: „Die Kinder, die die Grundschule verlassen, haben die fachlichen Standards gelernt. Sie haben gelernt, andere zu akzeptieren und verantwortlich miteinander umzugehen. Und sie haben gelernt, wie man lernen muss."

Sept. 00: Pilotanlage zur Hygienisierung der Gülle auf dem Bauernhof der Familie Hilgers in Lammersdorf in Betrieb genommen: Ein Großteil der Flächen, die dieser Betrieb bewirtschaftet, würde nach dem Schutzzonen-Entwurf künftig in der Zone II liegen, in der keine unbehandelte Gülle ausgebracht werden dürfte. Von den 25.000 Kubikmetern Gülle, die pro Jahr auf dem Hof anfallen, wird daher ein Drittel zur Abtötung von Keimen in der Pilotanlage bis auf rund 55 Grad erhitzt. Der Anlage muss keine weitere Energie zugeführt werden, da sie mit einer Wärmerückgewinnung betrieben wird. Sie durchläuft eine zweijährige Testphase, während der mehrere Experten die Praxistauglichkeit dieser innovativen Technik in einem landwirtschaftlichen Betrieb untersuchen. Erbaut wurde die Anlage von der Wassergewinnungs- und Aufbereitungsgesellschaft (WAG) Nordeifel mit einem Kostenaufwand von rund 400 000 DM. Zu 50 Prozent wird das Projekt vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium gefördert. Die Anlage zur Güllebehandlung ist ein weiterer Mosaikstein im Schutzkonzept für die Talsperren.

Okt. 00: Pfarrer Karl-Heinz Graff nahm am letzten Oktober-Wochenende Abschied von Lammersdorf und Rollesbroich: Nach mehr als 14 Jahren verließ der Seelsorger die beiden Pfarrgemeinden, um - dem Ruf des Bischofs folgend - als Pfarrer an seine frühere Wirkungsstätte in Mönchengladbach-Lürrip zurückzukehren. Im April 1986 war Karl-Heinz Graff in die Eifel gekommen; seit 1994 wirkte er als Dechant des Dekanates Simmerath.

Nov. 00: Pfarrer Joachim Plattenteich wurde als neuer katholischer Seelsorger in Lammersdorf und Rollesbroich eingeführt. Herzlich begrüßten die Lammersdorfer und Rollesbroicher ihren neuen Pfarrer. Das Lammersdorfer Gotteshaus war beim Einführungsgottesdienst bis auf den letzten Platz gefüllt, selbst Stehplätze waren schwer zu bekommen. Der Musikverein Harmonie Rollesbroich und der Lammersdorfer Kirchenchor gaben dem Gottesdienst einen besonders feierlichen Rahmen. Schützen der Bruderschaften beider Orte standen während der eineinhalbstündigen Messe mit ihren prächtigen Fahnen Spalier. Mehrere Kirchenvertreter zelebrierten den Gottesdienst: Domkapitular Caspar Seeger aus Monschau, Großarchimandrit und Exarch Heribert Lennartz aus Eicherscheid und Pfarrer Alexandru Pop von der rumänisch-orthodoxen Ordensgemeinde Aachen, Ehrendechant Anton Moritz, der evangelische Pfarrer Carsten Adams und Diakon Friedhelm Grewe. Einige Ordensritter vom Heiligen Kreuz mit ihren weißen Gewändern waren ihrem Prior Heribert Lennartz gefolgt. Eifeldekan Hans-Joachim Hellwig überreichte Joachim Plattenteich im Auftrage des Aachener Bischofs Mussinghoff die Ernennungsurkunde. Anschließend wurde Pfarrer Plattenteich in einem festlichen Umzug unter Mitwirkung des Rollesbroicher Spielmannszuges zur Grundschule geleitet, wo ihm Vertreter vieler Gremien und der Ortsvereine zu seiner Ernennung gratulierten.

Dez. 00: Der Haushalt der Gemeinde Simmerath wurde im Gemeinderat mit den Stimmen der Fraktionen der CDU und der FDP verabschiedet. 17,8 Millionen Mark will die Gemeinde im Jahr 2001 investieren, das meiste Geld soll in den Kanal- und Straßenbau fließen. Zu den 17,8 Millionen im Vermögenshaushalt kommen noch 47,6 Millionen im Verwaltungshaushalt, sodass der Gesamtetat der Gemeinde im Jahr 2001 ein Volumen von 65,4 Millionen Mark hat. Die Fraktionen der SPD, der UWG und der Grünen lehnten den Haushalt ab. Während der SPD-Sprecher Gregor Harzheim die höheren Gebühren, die steigende Neuverschuldung und die vorgesehene Erhöhung der Gemeindesteuern kritisierte, behauptete der UWG-Sprecher Klaus Brust, die Bezüge der Beamten würden ungehemmt steigen und beim Haushaltsentwurf sei allzu sichtbar, dass die Eigeninteressen der Mehrheitsfraktion bzw. handfeste wirtschaftliche Interessen der einzelnen CDU-Mitglieder wichtiger seien als das Gemeinwohl. Gegen diese „Frechheit" wehrte sich der CDU-Sprecher Bruno Löhrer energisch und forderte ganz konkrete Belege. Könne er diese nicht beibringen, müsse man prüfen, ob so etwas gesagt werden dürfe und ob Ordnungsmaßnahmen möglich seien. In seiner Argumentation zur Verteidigung des Haushaltes verwies er auf einige positive Seiten, so auf die vorgesehenen 50 000 Mark als Beitrag zur Sicherung des Gymnasiums in Vossenack sowie auf die höheren Zuschüsse für die Vereine und für die Feuerwehr , womit die Gemeinde das ehrenamtliche Engagement der Bürger für die Orte und für die Jugend anerkenne. Die Entnahme von 1,3 Millionen Mark aus der angesparten Rücklage sei die einzige Möglichkeit, den Haushalt auszugleichen. Dies könne jedoch keinesfalls eine Dauerlösung sein; deshalb seien Rat und Gemeinde zu äußerster Haushaltsdisziplin und zu strenger Sparsamkeit gezwungen.

Dez. 00: Erinnerung an zehn Jahre Friedensgebet in der Paustenbacher Kapelle Anna Maria Jansen aus Lammmersdorf war von Anfang an dabei und erinnert sich: Es begann mit einem Dank- und Bittgottesdienst in der Paustenbacher Kapelle und einem eindrucksvollen Gang von 150 Frauen aus Paustenbach, Lammersdorf und anderen Orten zum Friedenskreuz auf der Paustenbacher Höhe - der „Kopp". Anlass war der Golfkrieg, der vielen Menschen Angst und Schrecken einjagte. Über all die seitdem vergangenen zehn Jahre wurde in keinem einzigen Monat versäumt, sich für eine halbe Stunde aufzumachen, um für den Frieden, in dem wir leben dürfen, zu danken und ihn für andere zu erbitten. Dieses Erbitten schließt ein, darüber nachzudenken, wo und wie wir selbst verwickelt sind in den Unfrieden und wo und wie wir selbst gefordert sind, Frieden zu schaffen. Viele Teilnehmer kommen mit großer Treue, und oft wird versichert, dass es ein Kraft-Tanken, ein Moment des Trostes und der Besinnung sei. Gründe, das hoffende Gebet für den Frieden nicht einzustellen, gibt es leider genug - sowohl hier bei uns als auch weltweit, denn Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg, nicht endgültiger Besitz, sondern eine immer wieder neu zu erfüllende Aufgabe - so sagt das II. Vatikanum.

Dez. 00: Junker trennte sich von Geschäftsführer Arne Nils Knudsen

Lammersdorf hatte am Stichtag 31.12.2000 2 294 Einwohner mit Hauptwohnsitz plus 106 Einwohner mit Zweitwohnsitz. Die folgende Grafik verdeutlicht die Entwicklung im Berichtszeitraum 1972 - 2000.

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Zusammenfassung:

Im Berichtszeitraum hat Lammersdorf seinen Charakter des aufstrebenden Industrieortes weiter ausgeprägt und vertieft. Die kluge, wohlwollende Siedlungspolitik des Gemeinderates und der -verwaltung sowie der rasante Zuzug neuer Bürger haben das Anliegen sehr gefördert. So schufen die Behörden zügig die rechtlichen, planerischen, plebiszitären, finanziellen und materiellen Voraussetzungen für den Bau von insgeamt rund 200 neuen Häusern im Ortskern (Johannesweg, In Lammersdorf), in der Hofstraße, Auf dem Dresch, Im Pohl und Im Mittelvenn. Das Neubaugebiet Im Mittelvenn war mit 85 Parzellen, auf denen 100 Wohneinheien entstanden, das größte in der ganzen Gemeinde. Nach Fertigstellung der Häuser ließ der Zuzug der neuen Familien nicht lange auf sich warten. Das erklärt, dass die Anzahl der Einwohner von 1972 bis 2000 um 32 Prozent stieg;und blicken wir fünf Jahre voraus (bis 2005), fällt sogar eine Steigerungsrate von rund 46 Prozent an. Hier zeigt sich eine Anstiegs-Dynamik, die es in der Geschichte der Einwohnerzählung in Lammersdorf bisher nur ganz selten gab. Trotzdem taten Gemeinderat und -verwaltung alles, um diesem hohen Tempo des Neubürgerzuganges Rechnung zu tragen, insbesondere auch auf infrastrukturellem Gebiet, denkt man nur an die materialintensive und kostenaufwändige Anpassung der Kläranlagen, den Straßen- und Wegebau sowie die Schaffung des Dorfplatzes. - Seit Jahren favorisiert die SPD die sogenannte "Neue Mitte" Lammersdorfs und meint damit die Bebauung des Geländes zwischen Skaterbahn bzw Weg "Em Schürebruch" und der Straße "Im Pohl" mit Wohnhäusern und Gemeinschaftseinrichtungen. Es wäre interessant zu erfahren, wie der Gemeinderat diese Vorschläge bewertet. Sollte hierzu nicht gegebenenfalls eine breite Diskussion in der Bevölkerung initiiert werden?