Zusammenfassung: 

Das markanteste Entwicklungsmerkmal Lammersdorfs von 1944 bis 1971 ist seine Wandlung von einem Ort mit bislang vorwiegend landwrtschaftlichem Charakter zu einem Gemeinwesen, in dem immer mehr Bewohner ihre Existenzgrundlage in Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistungen fanden, zu einem aufstrebenden Industrieort. Drei wichtige Ursachen haben diesen Prozess in Gang gesetzt und begleitet:

  1. die mit der Inbetriebnahme der Vennbahn und mit dem Anwachse des Kraftverkehrs entstandene Möglichkeit für jenen Teil der Bevölkerung, der zuhause keinen ausreichenden Erwerb fand, nun zwischen seinem Heimatort und den Industriegebieen am Nordrand der Eifel pendeln und sich einer anderen beruflichen Entwicklung zuwenden konnte;
  2. die Ansiedlung des Inustrieunternehmens Junker 1924, welche Lammersdorf zum Sitz einer sehr bedeutenden eisenverarbeitenden und Elektromaschinenindustrie werden ließ. Bereits 1966 bechäftigte das Unternehmen deutlich über 1200 Arbeiter, Ingenieure, Angestellte und Lehrlinge, von denen 25 bis 30 Prozent in unserem Heimatort und in unmittelbar benachbarten Gemeinden ansässig waren. Rund 50 Prozent seiner Erzeugnisse gingen in den Export;
  3. der immer stärkere Übergang vom Ackerbau zur Viehzucht in unserer Höhenlage, der mit dem zunehmenden Einsatz moderner Technik und der intensiveren Schulung der Bauern einherging und Arbeitskräfte für andere Produktionszweige und verschiedene Dienstleistungsbereiche freisetzte.

Diese Prozesse förderten das rasante Ansteigen der Einwohnerzahl: von 1946 mit 1029 auf 1739 im Jahre 1971 - um fast 69 Prozent. Die oben genannten Faktoren bewirkten darüber hinaus gravierende Veränderungen in der beruflichen und sozialen Strukur der Bevölkerung; so arbeiteten bereits 1961 lediglich noch 9,2 Prozent der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft, hingegen jedoch 68,2 Prozent im Produktionsgewerbe sowie 22,6 Prozent in sonstigen Berufszweigen.

Zudem forcierten die oben beschriebenen drei Ursachen den Siedlungsausbau sowie die Vervollkommnung der Infrastruktur des Ortes. In den beiden Satelliten-Wohnplätzen Waldsiedlung und Kämpchen ging es zügig voran. Südlich des Junker-Betriebsgeländes entstand die Junkersiedlung und auch im Ortskern gab es nicht wenige Bauplätze. Außer den Wegeerschließungen in den angeführten Siedlungen wurden im Ort z.B. die Peter-Schall-Straße neu angelegt sowie die Schießgasse im unteren Abschnitt aufgefüllt und - vom Bauerngehöft Jansen aus - "Im Buschfeld" heißend - bis zum Häckeltchesweg als schöne Teerstraße weitergeführt.

Die Erweiterung der Wohnmöglichkeiten zog aufwändige und kostenintensive Bau- und Installationsmaßnahmen für die Versorgung mit Trinkwasser und die Abwasserentsorgung nach sich.

Dem wachsenden Bedarf an Kleinkindbetreuung und schulischer Bildung entsprach die Gemeinde mit der Bereitstellung weiterer Kindergartenplätze und mit dem Bau einer größeren Grundschule einschließlich Turnhalle und Lehrschwimmbecken. Für Sport und Spiel stellte sie Mittel für eine großzügig angelegte Sportanlage an der unteren Schießgasse zur Verfügung.