Das Alter von Dorfnamen


Dorfnamen tauchen vereinzelt in den Kirchenbüchern auf.  So ist in einem Taufeintrag von 1719 ein Pate Peter Wilden durch den Zusatz Pitgen (= Peterchen) näher bestimmt. 1

Pitgen Anna Wilden Pitgen

 

 

 

                                                               

Als weiteres Beispiel sei der Sterbeeintrag zu Peter Johnen mit dem Zusatz Meisen aus dem Jahre 1791 angeführt. Der Dorfname Meisen ist mit dem Familiennamen Johnen verbunden.

Johnen-Meisen

Andere Beispiele aus Kirchenbüchern des 18.Jh. sind Hubert Wilden (Thomassen) oder Peter Wilden (Gaßen).  Dorfnamen sind also keine Erscheinung der letzten beiden Jahrhunderte, sondern habe sich wahrscheinlich in Folge der zunehmenden Ortsgröße gebildet. 

1) Man könnte also annehmen, dass der Zusatz Pitgen den betreffenden Menschen als kleinwüchsig charakterisieren soll. In dem weiteren Eintrag ist jedoch eine  Anna Wilden, ebenfalls mit dem Zusatz Pitgen aus 1777 angeführt. Nun kann die Anna Wilden kein kleines Peterchen sein.
Die Verwendung von Dorfnamen in den Kirchenbüchern verweist auf eine Funktion der Dorfnamen, die über die Charakterisierung der Einzelperson hinaus weist.