Warum gibt es heute keine Dorfnamen mehr? 

 

Dorfnamen dienten primär der Unterscheidung gleichnamiger Personen oder von Verwandtschaftsverbänden  in einem überschaubaren Dorf, wo jeder jeden kannte.
Der Grund, dass der gesetzliche Namen nicht ausreichte, gleichnamige Personen zu unterscheiden, lag vor allem im Fehlen von Verwaltungsstrukturen, die eine genaue Zuordnung von Namen und Person ermöglicht hätten.
Zivile Verwaltungsstrukturen, die eine genaue Unterscheidung gleichnamiger Personen möglich machten, z.B. Hausnummern, Personenstand, Einwohnerregister, Kataster, Testamentskartei, Ortspläne, etc., entwickelten sich erst mit und mit im 19 Jh., beginnend mit der französischen Besetzung des Rheinlandes nach 1794. Die Eintragungen in den Kirchenbüchern dienten in erster Linie kirchlichen Erfordernissen (Sakramentempfang).

Heute  gibt es durch Zu- und Abwanderung kaum noch einen Generationen übergreifenden Zusammenhang an einem Ort.
Das Bewußtsein für verwandtschaftlicher Beziehungen über eine Kernfamilie hinaus ist zurückgegangen und damit auch das Bedürfnis diese zu dokumentieren.

Das Dorf als Lebensmittelpunkt für die gesamte Dorfgemeinschaft existiert nicht mehr.

Deshalb sind Dorfnamen, wenn überhaupt bekannt, für viele lediglich folkloristische Elemente aus der Vergangenheit, allenfalls kulturelle Fossilien.


Detaillierte Untersuchung siehe in folgenden Einzelfällen