Wegkreuze

 

In der Vergangenheit  wurden an vielen Stellen Kreuze zum Verweilen, zum Andenken, als Einlösung eines Gelübdes, o.ä. aufgestellt, unter anderem auch dort, wo ein Mensch auf ungewöhnliche Weise zu Tode gekommen war. Der Brauch, Gedenkkreuze aufzustellen, hat sich bis in die Gegenwart erhalten, wobei meist durch kleine Kreuze an den Wegrändern auf Verkehrsopfer aufmerksam gemacht wird.

Im Umfeld von Lammersdorf findet man Zeugnisse dieses Brauchtums.

Steinernes Kreuz Thumbnail image


Das älteste Gedenkkreuz im Umfeld von Lammersdorf ist das sogenannte "Stenne Krötzje" (Steinerne Kreuz). Es steht in der Verlängerung der Stüttgesgasse im Wald linker Hand an dem nach Jägerhaus führenden Weg.

Die Inschrift auf dem Stein besagt, daß am:
...O 1669 den brachmott.
Ehrsamer Jungergesel weilden Thomas
weilden seine Gewesene . Sohn
allhir Jamerlich Tott geblieben
Gott Torst die . s .



  Scholls KreuzScholls Kreuz.
Dieses Kreuz steht linkerhand eingangs der Hahnerstraße, dort wo der nordwestliche Vennabhang beginnt. Es ist das Gedenkkreuz für Wilhelm Josef Scholl, der 1845 unweit von dieser Stelle fünfunddreißigjährig zu Tode kam.

Der damalige Pfarrer Bonn, der sehr kommentierfreudig war, schrieb dazu in das Sterberegister der Gemeinde:
"Am 13. Juni ist Wilhelm Joseph Scholl auf einer Wiese, die an den Wald des Territoriums von Roetgen angrenzt, tot aufgefunden worden. Er war 35 Jahre alt. Nach der am 14. Juni des laufenden Jahres schriftlich gegebenen Erlaubnis des Montjoier Distriktgerichts wurde er an 16.Juni begraben."
An den Rand fügte Bonn dann  noch die Bemerkung "trunksüchtig" an. (1)



  Hamacher KreuzDas Hamacher Kreuz steht auf dem Weg von der Waldsiedlung zum Luftschacht. Es erinnert an einen Peter Hamacher der, so der Eintrag im Sterberegister von Pfarrer Bonn, hier 1858 achtzigjährig an einem Schlaganfall starb. (1)

Thumbnail image Langkreuz
Dieses Kreuz stand am Weg von Lammersdorf nach Fringshaus dort, wo die Straße eine leichte Rechtsbiegung macht. Heute ist das Kreuz nicht mehr verhanden. Eine genaue Klärung des Namens ist heute nicht mehr möglich. H. Arens  vermutet in Anlehnung an J. Kreitz, daß dort ein Fuhrknecht zu Tode gekommen ist, der aus einem Lammersdorfer Haus  stammte. Das Haus gehörte  1870 einem Ehepaar, der Dorfname der Frau war "Lang Lisbeth". (1)




Thumbnail image Unweit der Stelle, wo früher das Langkreuz stand, befindet sich heute ein Gedenkkreuz für den aus Lammersdorf stammenden Rene Mohr, der an dieser Stelle vor einigen Jahren mit seinem Motorrad verunglückte.


1) Zitiert aus: Kreuze und Kapellen in Lammersdorf, von Josef Kreitz in der Bearbeitung von Herbert Arens aus "Katholische Pfarrgemeinde Lammersdorf einst und jetzt" S.137 ff

 

 

B.M.