Totenzettel

 

Der Brauch, Totenzettel zu verfassen, entstand in der Mitte des 17.Jahrhunderts in den Niederlanden.
In der lutherisch reformierten Kirche gab es bereits im 16.Jahrhundert den Brauch, Leichenpredigten zu verfassen, in denen detailliert über das Leben des Verstorbenen berichtet wurde.
Man kann die Totenzettel als katholisches Pendant der Leichenpredigten ansehen.
Von den Niederlanden aus verbreiteten sich der Brauch im katholischen Teil der deutschsprachigen Länder bis hin nach Österreich.
Zweck der "klassischen" Totenzettel bis etwa 1960 war, für die Verstorbenen zu beten und ihrer zu gedenken. Verfaßt wurden sie  in der Regel vom Pfarrer. In ausgeprägter Beredsamkeit wurde von dem Toten nur Gutes berichtet, so daß man annehmen kann, daß der Verfasser durch die Totenzettel den Lebenden auch zeigen wollte, wie ein dem religiösen Zeitgeist entsprechendes, vorbildliches Leben auszusehen hatte.
Die neueren Totenzettel, ab etwa 1960, dienen  nur noch der Erinnerung an den Toten.

 

 

B.M.